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Roland Rech: Zur reinen Quelle des Geistes zurückkehren
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Konzentriert euch während Zazen immer wieder auf die Körperhaltung. Lasst euch von der Konzentration auf die Haltung aufsaugen. Gebt all eure Energie in die Haltung. Dann wird sie wirklich lebendig. Streckt gut den ganzen Körper zwischen Himmel und Erde aus. Zieht das Kinn zurück und lasst die Schultern locker. Statt euren Gedanken zu folgen, folgt eher der Einamtung und der Ausatmung. Wenn die Einatmung kommt, seid völlig ein Körper und Geist, der einatmet. Wenn die Ausatmung kommt, seid völlig ein Körper und Geist, der ausatmet. Durch die Konzentration auf Haltung und Atmung kehrt man ganz natürlich zu der reinen Quelle zurück, von der Meister Sekito im Sandokai spricht. Man findet einen Geist wieder, der von allen geistigen Erzeugnissen befreit ist, der nicht mehr unterscheidet zwischen dem, was er mag, und dem, was er nicht mag, zwischen dem, was er als wahr oder oder was er als falsch beurteilt, zwischen einem selbst und den anderen. Indem man zu dieser reinen Quelle des Geistes zurückkehrt, kann man unbewusst und natürlich allen Wesen helfen. Denn dann hört man auf zu unterscheiden: ‚Den mag ich, dem will ich helfen. - Den mag ich nicht, dem mag ich nicht helfen.’ Es ist der Geist, der nicht unterscheidet, der in der Lage ist allen Wesen zu helfen, davon befreit zu werden zu unterscheiden. Nicht mehr zu unterscheiden heißt einen weiten Geist zu verwirklichen. Im weiten Geist gibt es keine Konflikte mehr, keine Gegensätze, keine Gier, keinen Hass, keine Unwissenheit. Alles ist gegenwärtig, so wie es ist, jenseits von geistigen Beschmutzungen. Dieser Geist ist in Friede. Er findet seine reine Klarheit wieder. „Die spirituelle Quelle glänzt im Licht, die Ausflüsse zerfließen in der Dunkelheit.“, sagt Meister Sekito. Diese Quelle ist etwas Wunderbares. Sie ist die Existenz, die sich in kein Konzept fassen lässt. Sie ist nichts, das man beschreiben kann. „Die Ausflüsse fließen in die Dunkelheit.“ Aber dennoch stammen sie aus Quelle. Es ist derselbe Geist, der aber durch Anhaftung an Begriffen verdunkelt wird. Sekito sagt weiter: „Nach den Phänomenen
zu greifen, sich an die Phänomene zu haften, ist bestimmt eine Illusion.“
- Das ist der Grund, warum die klare Quelle in die Dunkelheit fließt.
Zum Beispiel wird aus dem Hishiryo-Bewusstsein von Zazen wieder der komplizierte
Geist. Aber man kann immer wieder zurückkehren zu der klaren Quelle, indem man von Augenblick zu Augenblick die Neigung es Geistes fallen lässt, immer wieder an irgendetwas anzuhaften. Die Zazen-Praxis ist ein Aufeinanderfolgen von Loslassen, so als würde man den Geist weicher machen, massieren, der dann erneut lernt, sich mit der höchsten Wirklichkeit zu harmonisieren, nicht als einer Vorstellung, als einer Idee, sondern als der augenblicklichen Erfahrung des Unfassbaren, der Unbegrenztheit. Dann braucht man nicht mehr die klare Quelle den Ausflüssen, die in die Dunkelheit fließen, gegenüberzustellen. Der weite Geist umfasst das klare Licht und die Dunkelheit. Sie sind nicht getrennt, sie existieren nicht ohne einander. Jeder sucht nach der Wahrheit. Besonders
die Personen, die sich auf einem spirituellen Weg engagieren. Sie suchen
Gott, Buddha, die letzte Wahrheit. Aber sobald man diese benennt, sobald
man sie erfasst, ist sie nicht mehr die letzte Wahrheit. Die Zazen-Praxis
bringt uns zur inneren Quelle vor jeglicher Benennung, vor jedem Anhaften,
zu Buddha vor Buddha zu Gott vor Gott, vor allen Glaubensrichtungen, vor
allen Gedanken, vor allen Unterscheidungen.
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